Betriebliches
Eingliederungsmanagement BEM

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement stellt neben dem Arbeitsschutz und der Gesundheitsförderung eine der drei Säulen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements dar. Es soll Unternehmen dabei unterstützen, die Gesundheit und Leistungsfähigkeit ihrer Beschäftigten zu fördern, Fehlzeiten zu verringern und auf diese Weise die Personalkosten zu senken. Soweit die Theorie.

In der Praxis führt die Umsetzung jedoch oft zu Problemen, weil für ein Betriebliche Eingliederungsmanagement im Unternehmen kein qualifiziertes Fachpersonal zur Verfügung gestellt wird. Ein Grund hierfür ist vermutlich, das der Arbeitsschutz und die Gesundheitsförderung mit der Unfallversicherung und der Krankenversicherung einem konkreten Sozialversicherungsträger zugeordnet sind, das BEM dagegen im Schwerbehindertenrecht angesiedelt ist (Teil 2 SGB IX) – obwohl es NICHT nur für Menschen mit Behinderung gedacht ist.

BEM für große Unternehmen und Konzerne

Bei großen Unternehmen und Konzernen wird das BEM in der Regel als internes Fallmanagement umgesetzt. Hierzu werden innerhalb des Unternehmens BEM-Teams gebildet, die alle BEM-Prozesse koordinieren und die erforderlichen Maßnahmen umsetzen. Diese BEM-Teams bestehen in der Regel aus Vertretern des Arbeitgebers, Vertretern des Betriebs- oder Personalrats sowie der Schwerbehindertenvertretung. Darüber hinaus werden bei Bedarf der zuständige Betriebsarzt sowie die zuständige Fachkraft für Arbeitssicherheit hinzugezogen.

Grundsätzlich müssen sich alle Beteiligten vorab über die Ziele und Grundsätze ihrer Zusammenarbeit einigen und auf eine grundsätzliche Vorgehensweise in der Umsetzung des BEM verständigen.

BEM für kleine und mittelständische Unternehmen

Für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) bietet es sich an, das BEM als externes Fallmanagement auszulagern. Dadurch sind nicht nur Schweigepflicht und Aktenlage klar geregelt, es herrscht auch eine größere Vertraulichkeit zwischen den Beteiligten. Außerdem binden externe BEM-Verfahren keine unnötigen Kapazitäten innerhalb des Unternehmens und es werden belastende Rollenkonflikte der HRler vermieden – ein Aspekt, der für ein erfolgreiches Fallmanagement eine wichtige Rolle spielt, die in kleinen Unternehmen leider oft unterschätzt wird.

Wichtig ist hierbei, dass das externe Fallmanagement ausschließlich durch Berater mit hoher psychosozialer Beratungskompetenz sowie Erfahrung im Disability- und Reha-Management stattfindet.